Dr. Alois Schlögl


Als Sohn des Schusters und Kirchenpflegers Georg Schlögl und seiner Ehefrau Cäcilia wurde Alois Schlögl
am 4.4.1893 in der Marktgemeinde Pleinting an der Donau geboren. Er wuchs dort zusammen mit seinen beiden
Schwestern Cilly und Fanny auf.


Auf Betreiben des Ortspfarrers, der die Begabungen des Kindes erkannte, konnte er durch ein Stipendium am
Bayer. Lyzeum in Passau Philosophie studieren. Dort legte er die Prüfungen in Philosophie, Geschichte, Physik,
Chemie, Biologie, Pädagogik, Hebräisch, Natur- und Weltgeschichte mit den Noten "Sehr gut" und "Gut" ab.
Zum 1.12.1914 wurde er zum Heeresdienst im 1. Weltkrieg eingezogen, aus dem er am 19.12.1918 als
Leutnant in seinen Heimatort Pleinting entlassen wurde.


Nach Kriegsende setzte er sein Studium an der Universität Erlangen fort und promovierte mit seiner Dissertation
"Die ländliche Siedlung und der Krieg" am 22.7.1920 zum Dr. rer.pol. Zum 1.1.1920 wurde er zum Direktor des
Niederbayer. Christlichen Bauernvereins bestellt und blieb es bis zu dessen Auflösung durch die NSdAP am 31.12.1933.
Zugleich engagierte er sich politisch und war vom 31.5.1932 bis 29.4.1933 Mitglied des Bayer. Landtages.
Die Auflösung des Bauernvereins hatte zur Folge, daß er zwangsweise in den vorzeitigen Ruhestand versetzt und mit
Berufsverbot belegt wurde. In den Folgejahren arbeitete er für kirchliche Zeitungen und als Steuerberater (Quelle: Wikipedia).


Am 13.6.1933 überfielen ihn SA-Leute in seiner Wohnung, schlugen ihn vor den Augen seiner Familie nieder und
verletzten ihn schwer. Die Angreifer hielten in für tot und ließen in liegen. Sein Leben lang litt er unter den Folgen dieses
brutalens Überfalls (Quelle: www.Bayer.Landtag). Im Attest des Bezirksarztes der Landeshauptstadt München vom
20.2.1934 sind das Ausmaß und die Folgen der Verletzungen detailliert dokumentiert.


Bereits am 29.8.1917 verheiratete er sich mit Josefine Kulzer. Das Paar bekam vier Söhne, von denen der Älteste im
2. Weltkrieg fiel und ein zweiter Sohn doppelamputiert den Krieg überlebte. Er selbst war von 1941 bis 1945 erneut Soldat,
mußte aber nach dem Hitlerattentat im Juli 1944 untertauchen (Quelle: Wikipedia).


Nach Kriegsende 1945 wurde er Generalsekretär des Bayern Bauernverbandes, gründete den Bayer. Landwirtschaftsverlag BLV
(der bis heute besteht), war journalistisch tätig und publizierte eine Reihe von Büchern, die sich alle mit den Themen
Entwicklung und Zukunft der Landwirtschaft und Agrarpolitik befaßten.
Bereits 1946 lud er als Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes zu einem "unpolitischen" Treffen in Vilshofen ein und
belebte dadurch die seit 1919 bestehende Tradition des Aschermittwochs neu. (Quelle: PNP, Ausgabe Passau März 2015)


Nach Erteilung der Erlaubnis zur Parteiengründung durch die amerikanische Militärregierung gehörte Dr. Alois Schlögl
zu den Gründungsmitglieder der CSU (Quelle: Hanns Seidel Stiftung). Als Landtagsabgeordneter von 1946 bis 1957
war er in führenden Positionen tätig. Seine bedeutendste Aufgabe war vom 26.2.1948 bis 14.12.1954 die
Tätigkeit als Bayer. Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (kurz: Landwirtschaftsminister).


Dr. Alois Schlögl verstarb am 27.9.1957 und wurde auf dem Münchner Waldfriedhof beigesetzt. An
seinem Geburtshaus in Pleinting erinnert eine Gedenktafel an ihn und die Straße, in der das Geburtshaus
steht, wurde ihm zu Ehren in "Dr.-Schlögl-Straße" umbenannt. Noch heute lebt ein Mitglied der Familie
seiner Schwester Cilly in diesem Haus.
Ihrem ältesten Sohn Josef Anzenberger ist ein eigenes Porträt in dieser Reihe gewidmet.


Auch in Landau a.d.Isar erinnert ein "Dr.-Schlögl-Platz" an sein Wirken. Dort befindet sich im Haus Nr. 1
das Amt für Ländliche Entwicklung.

Für die freundlicherweise  überlassenen Familiendokumente und Fotographien möchten wir uns recht herzlich bei
Frau Elisabeth Schlögl, Enkelin von Dr. Alois Schlögl, bedanken.