Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens haben 359 Pleintinger Widerspruch gegen die
Pläne der DB, eine 2-3m hohe (ab Gleisoberkante gemessen!) Lärmschutzwand quer durch
Pleinting zu bauen, eingelegt.
Beim Anhörungsverfahren unter der Leitung von Vertretern der Reg. v. Niederbayern im
großen Rathaussaal in Vilshofen konnten die anwesenden Widerspruchsführer nochmals
ihre Einwendungen vorbringen. Diese gingen von "Wir brauchen überhaupt keine Lärm-
schutzwand" bis hin zum Kompromissvorschlag "maximal 1 m". Alle Vorschläge und Argu-
mente wie Teststrecken mit niedrigeren Wänden in ganz Deutschland (z.b. Burghausen),
ständig neue Verfahren und Materialien an Gleis und Waggon etc. wurden von den Ver-
tretern der DB Netz abgeschmettert: "Wenn ihr die 2-3m Wände nicht wollt, gibt es gar
nichts". Auf die Frage was geschieht, wenn der technische Fortschritt eines Tages die
Wände überflüssig machen, antwortet der Vertreter der DB Netz "die Lärmschutzwände bleiben solange die Bahn fährt."

 Obwohl die Bahnstrecke Passau Richtung Österreich bei Ingling
zwischenzeitlich Versuchsstrecke mit niedrigeren Wänden (Bericht PNP) einge-
richtet, wird von den  Vertreter der DB Netz vehement der Bau von "Berliner Mauern" vertreten. 

Erst kürzlich hat auch der Bundesverkehrsminister Dobrindt in der Presse verlauten
lassen, dass ab 2020 keine lauten Güterzüge mehr in Deutschland auf den Schienen sein dürfen.
Warum müssen dann Steuergelder verschwendet werden für extra hohe Lärmschutzwände,
die die Bürger nicht brauchen und nicht wollen, die DB selber innovative Lärmverringerung
an Gleis und Waggons vornimmt und Versuchstrecken mit niedrigeren Wänden betreibt???
 
Allerdings gaben die Vertreter der DB Netz zu, dass es nirgendwo so viele Widersprüche
wie in Pleinting gegeben habe.
 
Unter dem Eindruck dieser negativen Verhandlung entschlossen sich einige Widerspruchs-
führer den auf diesem Gebiet spezialisierten Rechtsanwalt Prof. Dr. Dominik Kupfer aus
Freiburg um Hilfe zu bitten. Dieser empfahl einen Verein e.V. zu gründen. Für den könnte
er dann alle Argumente erarbeiten und eine Stellungnahme bei der Regierung von Niederbayern  einreichen.
Bei der im Gasthaus Baumgartner stattgefundenen Versammlung ergab sich aus dem Kreis
der Widerspruchsführer eine Gruppe Gründungswilliger. Sie gründete die BI Innovativer Lärmschutz Markt Pleinting e.V.
 
An dem Ortstermin mit Prof. Dr. Kupfer und seinem Kollegen Dr. Heidecker nahm auch der
neu gewählte, noch nicht im Amt eingeführte, Vilshofener Bürgermeister Florian Gams teil.
So konnte er sich erstmals intensiv über die Bürgervorstellungen und die technisch machbaren Möglichkeiten informieren.
Nach diesem Ortstermin sah Prof. Dr. Kupfer anhand seiner Erfahrungen in vorangegangenen
Verfahren (z.B. Rheintal) und nach Studium der Planungsunterlagen gute Chancen auf Abmilderung der DB Pläne.
 
Die Stellungnahme der Anwälte enthält neben dem von der DB in  anderen Verfahren ange-
wandten sogen. Maßnahmenbündels auch den Vorschlag der BI einer gestaffelten Lärmschutz-
wand: Innerhalb des Ortskerns vom Kammerlberg bis Friedhof nur 76 cm Wände und nur außerhalb
dieses Bereiches höhere Wände.


 Außerdem wurde beantragt die Planung auf vier Bereiche
Seestetten, Sandbach, Vilshofen und Pleinting aufzuteilen.


Nach mehreren Monaten und längeren Beratungen beschloss im Dezember 2014 der Stadtrat,
abweichend von seiner bisherigen Position, in seiner Stellungnahme niedrigere Lärmschutzwände von 75 cm zu empfehlen.
 
Die Stellungnahmen von der Stadt Vilshofen, den Widerspruchsführern und der Regierung von
Niederbayern gehen nun an das Bundeseisenbahnamt. Die Entscheidung über Pleinting steht also noch aus.