Josef Anzenberger im Jahre 2012

 

Das Deutsche Institut für Auslandsforschung hat mich 1966 zu einer Expedition nach Grönland eingeladen. Ziel der Expedition war es, das damals noch relativ unerforschte Gebiet der STAUNINGS ALPEN, 73° nördlicher Breite, Ostküste (benannt nach einem ehemaligen Außenminister Dänemarks) zu erkunden, soweit möglich zu kartographieren, die Gletscher und das „Innlandeis“  zu begehen und die Berge zu besteigen.

Expeditionsleiter war Dr. Karl M. Herrligkoffer, München, bergsteigerischer Leiter Michael Anderl, Bad Tölz. Teilnehmer der Bergsteigergruppe waren: Gebhard Plangger, Mittenwald, Pit Schubert, München, Günter Schnait, München, Conny Linder, München und ich, Josef Anzenberger, damals Berchtesgaden. Zur Expedition gehörten weitere Teilnehmer an, die für Vermessung, die Funkverbindung und der Geodäsie verantwortlich waren.

Die 5 Angehörigen der Bergsteigergruppe fuhren, der Masse der Expeditionsteilnehmern voraus, mit der Bahn von München nach Kopenhagen und von dort mit einem Eisbrecher des dänischen Grönlandhandels in 9 Tagen nach Grönland. Die übrigen Teilnehmer kamen mit dem Flugzeug von München über Island nach MESTERS VIG (Basis der Expedition und Stationierungsort dänischer Soldaten -15 Mann- ,die zum Frühwarnsystem der Nato gehörten).

 Dauer der Expedition: Juni bis September 1966

17 Erstbesteigungen von Bergen von 2000 bis 2800m über NN

Der Erstbegeher hat das Recht den Berg zu benennen, was in meinem Fall unter anderen der Pleintingbjerg (Erstbesteigung am 22. Juli 1966, 2560m), benannt nach meinem Heimatort, war.

  Bild 1

Das Bild zeigt mich im Basislager direkt am Fjord, also auf 0m Meereshöhe. der Länge des Bartes nach zu schließen wurde die Aufnahme kurz vor dem Ende der Expedition gemacht.

  Bild 2

Bei dieser Aufnahme bin ich mittlerweile im Hochlager etwa 1500m ü. NN.

  Bild 3

Das Bild vermittelt einen Eindruck welch gewaltige Gletscher und wunderschöne Berge uns in Grönland zum Ersteigen erwartet haben. Die Aufnahme entstand in unmittelbarer Nähe des Basislagers (siehe Bild 1) mit Blick auf den Gletscher den wir zum Hochlager mehrmals begehen mussten (in Grönland gibt es keine Sherpas, alles muss von den Expeditionsteilnehmern selbst getragen werden). Am Fuß und hinter dem schönen Berg im Hintergrund (Tölzer Spitz) war unser Hochlager (siehe Bild 2) in dem wir 6 Wochen gehaust haben.